Kairo und das Grand Egyptian Museum
Willkommen in Kairo
Im Lauf des Dienstags nach dem Osterwochenende kamen die Teilnehmer(innen) der Reise am Flughafen in Kairo an und wurden individuell in unser Hotel gebracht, das uns in den nächsten sechs Nächten als festes Standquartier diente. Die meisten Mitreisenden lernten sich dort schon beim ersten gemeinsamen Abendessen kennen.
Start mit den Pyramiden von Giza!
Das Besuchsprogramm begann gleich mit einem spektakulären Einstieg, der Besichtigung des Pyramidengeländes von Giza. In dem weitläufigen Areal brachten uns örtliche Elektrobusse zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten.
Die drei Hauptpyramiden entstanden in der 4. Dynastie unter den Pharaonen Cheops (das älteste und trotzdem einzige noch existierende Monument der „Sieben Weltwunder“ der Antike), Chefren (mit einem monumentalen Totentempel direkt neben der kolossalen Sphinxfigur) und Mykerinos. Neben diesen wurden noch insgesamt sechs weitere Nebenpyramiden für ausgewählte Mitglieder der Königsfamilie errichtet.
Weitere Royals und hohe Beamte sind in regelmäßig angelegten Friedhofsarealen im Umfeld der Königspyramiden beigesetzt. Im Gegensatz zu den schmucklosen Pyramiden sind diese sog. Mastabagräber mit reichem Reliefschmuck und farbenprächtigen Malereien verziert, wovon wir uns im Grab der Königin Meresanch überzeugen konnten.
Das Grand Egyptian Museum
Der Nachmittag galt dann dem ausführlichen Besuch des Grand Egyptian Museum, wobei wir die verlängerte Mittwoch-Abendöffnung nutzen, so dass Jeder nach einer gemeinsamen orientierenden Einführung in dem überwältigenden Ausstellungsgebäude ausreichend Zeit hatte, den eigenen Interessen folgend alles in Ruhe zu betrachten.
Natürlich war vor allem der komplette Grabschatz des Tutanchamun mit seinen rund 5500 Objekten der größte Anziehungspunkt, aber beispielsweise auch die vollständig erhaltene Sonnenbarke des Cheops, mit einem Alter von rund 4600 Jahren das älteste Schiff der Menschheit, stellte eine besondere Attraktion dar.
Koptisches Kairo und Nationalmuseum
Der nächste Vormittag galt den Kopten, dem christlichen Bevölkerungsanteil Ägyptens, der historisch als die eigentliche Nachkommenschaft der pharaonenzeitlichen Ägypter gilt. Im Stadtviertel Fustat bzw. Mar Girgis, nur eine kurze Fahrtstrecke von unserem Hotel entfernt, konzentrieren sich mehrere frühchristliche Gotteshäuser. Auf dem Gelände der späteren Sergius- und Bacchus-Kirche soll der Überlieferung nach die Heilige Familie bei ihrer Flucht in Ägypten in einer Höhle Schutz gefunden haben, und die El-Moallaqa-Kirche („die Hängende“) befindet sich in Teilen genau auf den Grundmauern der römischen Festung von Babylon, wie der Ortsteil in der Antike hieß.
Zwischen den Kirchen liegt auch die Gebetsstätte der im Mittelalter blühenden jüdischen Gemeinde Kairos, die Ben-Ezra-Synagoge, berühmt durch ihren einstigen umfangreichen Handschriftenbestand, und angeblich an der Stelle errichtet, in der Moses im Binsenkörbchen von einer ägyptischen Königstochter aufgefunden worden sein soll.
Nach einer Mittagspause ging es in das neue Nationalmuseum, das anhand ausgewählter Einzelobjekte einen Überblick über die gesamte ägyptische Geschichte vom 35 000 Jahre alten altsteinzeitlichen Frühmenschenfund von Nazlet Khater bis zum Ende des letzten Königshauses der Chediven gewährt. Am eindrücklichsten waren hier aber vor allem die Mumien der Pharaonen des Neuen Reiches aus dem Tal der Könige, die in dezent ausgeleuchteten unterirdischen Galerien ausgestellt waren.
Zum Ausklang des Tages unternahmen wir noch eine Bootsfahrt auf dem Nil, an dessen Ufern eine Reihe interessanter Bauten aus unterschiedlichen Epochen zu sehen waren.
Die Entwicklung der Pyramiden
Der kommende Besuchstag stand wieder ganz im Zeichen der Pyramiden. Wir starteten mit den beiden Anlagen, die sich König Snofru, der Vater von Pharao Cheops, in Dahschur hat errichten lassen. Wer die Gelegenheit nutzte, in die (nach der Farbe ihres Baumaterials so genannte) Rote Pyramide hineinzusteigen, konnte sich selbst ein Bild davon machen, wie das Gangsystem als direkter Vorläufer der Cheops-Pyramide konzipiert war. Wem dies zu mühselig war, umrundete derweilen das Bauwerk.
Gemeinsam ging es dann weiter zur Knickpyramide, hinter der sich dann auch noch eine kleine Satellitenpyramide befand, die ebenfalls von innen besichtigt werden konnte.
Anschließend machten wir Halt in Memphis, das im Alten und Mittleren Reich Hauptstadt der Pharaonen gewesen war. Im zugänglichen Freigelände beeindruckten mehrere Großplastiken, darunter ein liegender Koloss Ramses‘ II. und eine große Sphinxfigur des Neuen Reiches aus strahlend weißem Alabaster.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann in Saqqara, dem zu Memphis gehörigen Friedhofsgelände. Neben der Stufenpyramide des Königs Djoser aus der 3. Dynastie, der ältesten Pyramide überhaupt, befinden sich noch kleinere im Gelände, von denen wir diejenige des Teti mit ihren Unterweltstexten in der Sargkammer von Innen besichtigten.
Zudem besuchten wir das Imhotep-Museum, benannt nach dem Baumeister der Djoser-Pyramide, mit vielen spannenden Neufunden aus ganz Saqqara, und vor allem eine Reihe von Mastaba-Gräbern hoher Beamter und Würdenträger(innen) des Alten Reiches mit farbenprächtigen Reliefs, die das Alltagsleben der Verstorbenen als sorgenfreie Fortsetzung des irdischen Lebens im Jenseits anschaulich machten.
Zum Abschluss des Tages hielten wir noch kurz in einer Parfümfabrik und ließen in einer sehr kurzweiligen Darbietung bei Tee und Kaffee die Düfte des Orients an uns vorbeiziehen.
Orient pur in Kairo
Tags darauf wurde noch einmal ein breites historisches Spektrum geboten. Wir starteten mit der Ibn-Tulun-Moschee, der ältesten noch original erhaltenen Moschee in Kairo aus dem 9. Jahrhundert. Sie besitzt ein nahezu einmaliges charakteristisches Minarett mit einer außen verlaufenden Wendeltreppe, nach deren Besteigung man einen schönen Rundblick über die Stadt genießen kann. Auch die danach besuchte Al-Azhar-Moschee aus dem späten 10. Jahrhundert spielt als theologisches Zentrum des sunnitischen Islam eine wichtige Rolle. Ihr Vorsteher gilt als wichtigste Autorität in allen Fragen der Koran-Auslegung.
Gleich daneben breitet sich mit dem Chan el-Chalili einer der größten Basare des Orients aus. Ein Gang durch die verwinkelten Gassen wurde vielfach zum Erwerb von unterschiedlichsten Reisesouvenirs und Mitbringseln genutzt. An der Al-Muizz-Straße, einer breiteren Passage, die vom Basar zur fatimidischen Stadtmauer mit ihren beiden mächtigen Toren Bab el-Mandeb und Bab el-Futuh führt, reihen sich in einmaliger Weise beidseitig historische Moscheen und Prunkfassaden von Koranschulen und Palästen in dichter Folge aneinander.
Zu Fuß erkundeten wir diese Prunkstücke der fatimidischen und mamelukischen Baukunst, bevor es nach der Mittagspause abschließend ins traditionsreiche alte Ägyptische Museum am Tahrirplatz ging. Auch wenn dieses Haus viele Objekte an das GEM abtreten musste, beeindrucken die verbliebenen Exponate, reichhaltig ergänzt um zuvor wenig bekannte Kunstwerke aus den umfangreichen Magazinbeständen, durch ihre Fülle und Vielfalt.
Spitzenstücke wie die Narmerpalette, die großformatigen Kalksteinskulpturen aus den Mastabagräbern des Alten Reiches oder Darstellungen der Familie von Echnaton und Nofretete aus Amarna, befinden sich weiterhin in diesem Museum. Und wo zuvor weite Teile des Grabschatzes von Tutanchamun ausgestellt waren, füllen jetzt die umfangreichen Grabbeigaben von Juja und Tuja, den Großeltern Echnatons, die Gänge.
Kommen Sie mit nach Kairo!
Nach der Eröffnung des neuen Grand Egyptian Museum haben wir es nun bereits mehrmals mit unseren Gruppen besucht. Das Besucherinteresse ist natürlich enorm, doch die Abläufe sind mittlerweile geregelt und der Besucherstrom mit fixen Zutrittszeiten geregelt. Alle bisher durchgeführten Termine waren unvergessliche Reisen und natürlich steht das Museum bei verschiedenen Reisen im kommenden Jahr wieder am Programm!
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Gerne können Sie uns bei Fragen zu unseren Reisen kontaktieren: office@zugvogeltouristik.at | Telefon: +43 1 890 77 00 - Wir freuen uns auf Sie!
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