ZugVogel Touristik
Eingang zur Höhle Font de Gaume
08.07.2026 Klara Reischl

Steinzeitliche Bilderhöhlen Frankreich

Auch in diesem Jahr führte unsere archäologische Studienreise wieder in eine der faszinierendsten Kulturlandschaften Europas – in das Tal der Vézère und die Regionen Dordogne und Lot. Gemeinsam mit dem Archäologen Dr. rer. nat. Ingmar M. Braun begaben wir uns auf eine Reise zu den Ursprüngen menschlicher Kunst. Originale Bilderhöhlen, bedeutende Fundstellen des Paläolithikums, beeindruckende Landschaften und mittelalterliche Orte machten diese Woche zu einer außergewöhnlichen Begegnung mit der Welt unserer eiszeitlichen Vorfahren.


Von Bordeaux zu den ersten Meisterwerken der Eiszeit

Dr. rer. nat. Ingmar M. Braun
Dr. rer. nat. Ingmar M. Braun

Nach der individuellen Anreise nach Bordeaux stand zunächst das Kennenlernen der Gruppe auf dem Programm. Bereits beim Einführungsvortrag stimmte Dr. Ingmar Braun auf die kommenden Tage ein und spannte den Bogen von den ersten anatomisch modernen Menschen Europas bis zur Entstehung der einzigartigen Höhlenkunst vor rund 40.000 bis 15.000 Jahren.

Fantastische Nachbildung und erste Originalkunst

Besuch in der Nachbildung von Lascaux
Besuch in der Nachbildung von Lascaux

Schon am nächsten Morgen wartete mit Lascaux IV der erste Höhepunkt der Reise. Obwohl das weltberühmte Original aus konservatorischen Gründen seit Jahrzehnten nicht mehr betreten werden darf, vermittelt die perfekte Rekonstruktion eindrucksvoll die Farbigkeit, Dynamik und Ausdruckskraft der eiszeitlichen Malereien. Auerochsen, Pferde und Hirsche scheinen im flackernden Licht beinahe lebendig zu werden und geben einen ersten Eindruck davon, weshalb Lascaux als „Sixtinische Kapelle der Steinzeit“ bezeichnet wird.

Versuch an der Speerschleuder in Castelmerle mit Isabelle Castanet
Versuch an der Speerschleuder in Castelmerle mit Isabelle Castanet

Am Nachmittag führte uns der Weg zu den Fundstellen Abri Reverdit und Castelmerle. Besonders eindrucksvoll war die Führung durch Isabelle Castanet, deren Familie die archäologische Erforschung dieser Plätze über Generationen geprägt hat. Zwischen den mächtigen Kalksteinüberhängen wurde deutlich, wie eng hier Alltag, Jagd und Kunst miteinander verbunden waren. Für viele Teilnehmer sorgte schließlich das eigene Ausprobieren einer steinzeitlichen Speerschleuder für ein unvergessliches Erlebnis – und ließ erahnen, welches Geschick unsere Vorfahren bei der Jagd benötigten.

Zwischen Tropfsteinen, Mammuts und den Neandertalern

faszinierende Formationen in der Höhle von Cougnac
faszinierende Formationen in der Höhle von Cougnac

Die folgenden Tage führten uns tief hinein in die abwechslungsreiche Landschaft der Dordogne und des Lot. In der Höhle von Cougnac begegneten wir einer faszinierenden Verbindung aus Natur und Kunst. Mächtige Tropfsteinformationen in Kombination mit Darstellungen von Mammuts, Steinböcken und Hirschen ein und schaffen eine Atmosphäre, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Musée de l'Homme de Néandertal in La Chapelle-aux-Saints
Musée de l'Homme de Néandertal in La Chapelle-aux-Saints

Nach einem Aufenthalt im mittelalterlichen Gourdon widmeten wir uns einem ganz anderen Kapitel der Menschheitsgeschichte. In La Chapelle-aux-Saints erinnerte das neu gestaltete moderne Museum an den berühmten Fund des „Alten Mannes von La Chapelle“ – eines Neandertalers, dessen Skelett eindrucksvoll zeigt, dass Fürsorge und soziale Verantwortung bereits lange vor unserer eigenen Zeit zum Leben der Menschen gehörten.

Immer wieder boten sich unterwegs weite Ausblicke über das Tal der Dordogne, dessen Flussläufe und Kalkfelsen seit Jahrtausenden ideale Lebensräume für Mensch und Tier bilden. Schnell wurde verständlich, weshalb gerade diese Landschaft zu den bedeutendsten Regionen der europäischen Urgeschichte zählt.

Mehrfarbige originale Höhlenmalerei!

Zugvogeltouristikgruppe vor der Höhle Font de Gaume
Zugvogeltouristikgruppe vor der Höhle Font de Gaume

Ein besonderer Höhepunkt erwartete uns mit dem Besuch von Font-de-Gaume. Die Höhle zählt heute zu den letzten Orten Europas, an denen Besucher noch originale mehrfarbige Höhlenmalereien in ihrem ursprünglichen Kontext erleben können. Aufgrund der strengen Besucherbeschränkungen freuen wir uns immer besonders, wenn es mit dem Besuch hier klappt!  

Eingang zur Höhle Font de Gaume
Eingang zur Höhle Font de Gaume

Mit dem Zug in die Höhle

Eingang zur Höhle von Rouffignac
Eingang zur Höhle von Rouffignac

Ebenso beeindruckend war später der Besuch der weitläufigen Grotte de Rouffignac. Mit ihrer kleinen Höhlenbahn gelangten wir tief ins Innere des Berges, wo uns eine wahre Galerie eiszeitlicher Kunst erwartete. Besonders die zahlreichen Mammutdarstellungen beeindruckten die Gruppe nachhaltig. Faszinierend waren aber ebenso die Kratzspuren und Schlafmulden der einst hier überwinternden Höhlenbären, die zeigen, dass sich Mensch und Tier denselben Lebensraum teilten.

Zurück in Les Eyzies-de-Tayac, der selbsternannten „Welthauptstadt der Urgeschichte“, führte uns Ingmar Braun zu bedeutenden Fundstellen des Ortes und erläuterte, weshalb gerade hier zahlreiche Meilensteine der prähistorischen Forschung ihren Ursprung nahmen.

Pech Merle und das Geheimnis der gepunkteten Pferde

Pech Merle - eines der Highlights bei der Studienreise zu den Bilderhöhlen in Frankreich Pech Merle - eines der Highlights bei der Studienreise zu den Bilderhöhlen in Frankreich
Pech Merle - eines der Highlights bei der Studienreise zu den Bilderhöhlen in Frankreich

Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen der Reise gehörte zweifellos der Ausflug in das Lot-Tal zur berühmten Höhle Pech Merle. Schon das angeschlossene Museum vermittelte einen hervorragenden Überblick über das Leben während der Eiszeit, bevor wir die Originalhöhle betraten.

Die berühmten gepunkteten Wildpferde, Handnegative, Mammuts und geheimnisvollen Zeichen gehören zu den bekanntesten Bildwerken der europäischen Eiszeitkunst. Besonders bewegend wieder die im weichen Lehm erhaltenen Fußspuren eines Kindes, das vor Jahrtausenden dieselben Gänge durchschritt wie wir heute.

Pilgerziel mit Höhlenkunst

Am Nachmittag wechselte die Szenerie vollständig. Hoch über einer steilen Felswand erhebt sich Rocamadour, einer der eindrucksvollsten Wallfahrtsorte Frankreichs. Enge Gassen, historische Gebäude und die spektakuläre Lage machten den Aufenthalt ebenso unvergesslich wie der anschließende Besuch der Grotte des Merveilles, deren Kunstwerke aus dem Gravettien zu den ältesten Zeugnissen menschlicher Bildkunst in dieser Region zählen.

Les Eyzies-de-Tayac

Ein weiterer Reisetag stand ganz im Zeichen von Les Eyzies-de-Tayac. In zwei Gruppen besuchten wir zunächst die außergewöhnliche Bilderhöhle Les Combarelles, deren mehr als 800 fein eingeritzte Tierdarstellungen eindrucksvoll zeigen, welche Präzision die Künstler des Magdalénien erreichten.

Im Musée National de Préhistoire konnten wir anschließend zahlreiche Originalfunde aus den in den vergangenen Tagen besuchten Fundstellen betrachten. Werkzeuge, Schmuck, Skulpturen und Knochenfunde ergänzten das Bild der eiszeitlichen Welt und machten deutlich, wie eng Kunst, Alltag und Spiritualität miteinander verbunden waren.

Den Abschluss bildete der Besuch des Abri du Cap Blanc. Die monumentalen Reliefdarstellungen von Pferden und Wisenten zählen zu den eindrucksvollsten steinzeitlichen Skulpturen Europas und unterscheiden sich deutlich von den Malereien der zuvor besuchten Höhlen. Hier zeigte sich einmal mehr die erstaunliche Vielfalt eiszeitlicher Kunst.

Abschied von einer außergewöhnlichen Kulturlandschaft

Zugang zu Bernifal
Zugang zu Bernifal

Bevor wir nach Bordeaux zurückkehrten, standen noch zwei wissenschaftlich besonders bedeutende Höhlen auf dem Programm. Die privat zugängliche Grotte de Bernifal, die nahezu unverändert erhalten geblieben ist, vermittelte einen besonders authentischen Eindruck eines Höhlenbesuchs.

Pair non Pair
Pair non Pair

Den Schlusspunkt setzte schließlich Pair-non-Pair, eine der wichtigsten Fundstätten der frühen Höhlenforschung. Hier wurde deutlich, welchen Weg die archäologische Forschung in den vergangenen mehr als hundert Jahren zurückgelegt hat und wie sehr unser heutiges Wissen auf den Arbeiten früher Pioniere aufbaut.

Abschied in Bordeaux
Abschied in Bordeaux

Beim gemeinsamen Abschlussabend in Bordeaux ließen wir eine intensive Woche voller Eindrücke Revue passieren. Zwischen wissenschaftlichen Diskussionen, französischer Küche und vielen gemeinsamen Erlebnissen entstanden zahlreiche Erinnerungen, die weit über den Besuch außergewöhnlicher Fundstätten hinausgehen.


Danke für eine unvergessliche Reise!

Unser herzlicher Dank gilt erneut Dr. rer. nat. Ingmar M. Braun, der mit seinem enormen Fachwissen und seiner Begeisterung für die Eiszeitkunst die vergangenen Tage zu einem besonderen Erlebnis machte. Ebenso bedanken wir uns bei Waltraud Trogbacher, die die Reise organisatorisch bestens betreute, Einblicke abseits des Paläolithikums gewährte und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand.

Eine Woche zwischen Mammuts, Höhlenkunst und den Ursprüngen menschlicher Kreativität ging wie immer schnell zu Ende. Was bleibt, sind faszinierende Einblicke in die Welt unserer Vorfahren, viele neue Erkenntnisse – und wie wir hoffen die Vorfreude auf das nächste archäologische Abenteuer mit Zugvogeltouristik.


Wollen Sie auch die Kunst unserer Vorfahren bewundern?

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In diesem Jahr reisen wir noch zu den wunderbaren Höhlen in Nordspanien und zur Höhlenkunst in den östlichen Pyrenäen Südfrankreichs mit dem Besuch von Chauvet und Cosquer. Eine ganz außergewöhnliche Reise führt uns außerdem noch auf die Insel Sulawesi in Indonesien zu den ältesten Höhlenmalereien der Welt. Genauso wie die Tour zu den Höhlen im Périgord stehen diese Reisen auch im kommenden Jahr am Programm. Außerdem planen wir zusätzlich eine Reise zu den Felszeichnungen in Portugal mit einem Abstecher nach Spanien. 

Eine Eintragung auf der Interessentenliste für die Reisen im kommenden Jahr ist bereits möglich. Sobald die Detailprogramme und Daten fixiert sind senden wir Ihnen diese dann gerne zu. Für Ihre Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne persönlich zur Verfügung. Auf Grund der restriktiven Zugangsbeschränkungen zu den Höhlen müssen wie die Teilnehmerzahlen besonders bei diesen Reisen limitieren und empfehlen eine frühzeitige Buchung.

Cueva del Pindal steinzeitliche Bilderhöhle Nordspanien © Turismo Asturias Juan Arrojo
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Bilderhöhlen in Nordspanien

Begeisternde prähistorische Höhlenkunst!

  • 31.Aug - 7.Sep 2026 | 30.Aug - 6.Sep 2027
  • unglaubliche Steinzeitkunst
  • Höhlen, Fundorte, Forschungszentren
  • Asturien, Baskenland, Kantabrien

8 Tage Archäologiereise 8 bis 13 Personen

ab 2.890 € (inklusive Flug)

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Lascaux
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Steinzeitliche Höhlen Frankreichs

Savoir vivre in der Steinzeit!

  • SA 29.Mai 27 - SA 05.Jun 27
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  • bekannte und unbekannte Fundorte
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8 Tage Archäologiereise 8 bis 13 Personen

ab 2.990 € (inklusive Flug)

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Panneau des chevaux ©-Patrick Aventurier Grotte Chauvet2
Reiseleitung Dr. Rer. Nat. Ingmar M. Braun Reisetipp

Bilderhöhlen Südfrankreich

Chauvet, Cosquer und östliche Pyrenäen

  • 21.Sep - 28.Sep 2026 | Sep/Okt 2027
  • faszinierende Repliken Cosquer und Chauvet
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  • traumhafte Landschaft Südfrankreichs

8 Tage Archäologiereise 8 bis 16 Personen

ab 3.050 € (inklusive Flug)

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inkl. Mahlzeiten Special

Sulawesi - Höhlenabenteuer und Torajaland

touristisch kaum erschlossene Fundstätten und traditionelle Kultur

  • DI 03.Okt - MI 14.Okt 2026 | Okt 2027
  • Höhlenmalerei im Maros-Karst und auf der Insel Muna
  • Lebensweise der Bugis am Lake Tempe
  • unvergleichliche Kultur der Toraja

12 Tage Aktivreise ab 4 Personen

ab 3.590 € (inklusive Flug)

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Vale do Coa Portugal
Neu Reiseleitung Dr. Rer. Nat. Ingmar M. Braun

Portugal

Steinzeitkunst in der Region Porto

  • Oktober 2027
  • faszinierende Felszeichnungen im Vale do Côa
  • Siega Verde in Spanien
  • Porto und das Dourotal

7 Tage Archäologiereise 8 bis 16 Personen

auf Anfrage

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archäologische Studienreisen 

Von steinzeitlicher Höhlenmalerei bis in die entferntesten Oasen der ägyptischen Wüste! Wir folgen alten Karawanenwegen und vergessenen Kulturen - kommen Sie mit!

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