ZugVogel Touristik
Hohle Fels und Region Achtal Schwäbische Alb
unsere Reisegruppe vor dem Hohlenstein-Stadel
04.10.2021 Klara Reischl

Eiszeitkunst in der Schwäbischen Alb

Vor 40.000 Jahren entstanden in den Höhlen des Ach- und Lonetales einzigartige Kunstwerke aus Mammutelfenbein. Auf dieser Reise zum UNESCO-Welterbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb", bewundern wir die Originale, der von den Eiszeitkünstlern geschaffenen Werke und besuchen die Fundstellen der Musikinstrumente und Kunstgegenstände.  


Auftakt                                                      Hohlenstein-Stadel                                  Bockstein

Archäopark Vogelherd                            Tübingen                                                   Hohle Fels                                              

Blaubeuren                                                Geissenklösterle & Sirgenstein

Stadtmuseum Ulm                                   Ausblick 2022


Anreise, Kennenlernen und erster Vortrag

Ingmar M. Braun, unser archäologischer Reiseleiter und Kurt Frank holen alle Reiseteilnehmer am Bahnhof Ulm ab und wir fahren bei traumhaftem Herbstwetter zu unserem Hotel „Zum Mohren“ in Niederstotzingen im Lonetal. Kurz vor dem Hotel kommen wir schon an der berühmten Fundstelle Vogelherd und dem Archäopark vorbei, den wir am Folgetag zusammen mit anderen wichtigen paläolithischen Fundstellen im Lonetal besichtigen. 

Rathaus Ulm

Schon am ersten Abend hält unser Reiseleiter zum Einstieg einen Vortrag über die Altsteinzeit und macht uns so mit dem längsten Abschnitt innerhalb der Menschheitsgeschichte vertraut. Beim darauffolgenden Abendessen mit schwäbischer Küche lernen wir uns gegenseitig kennen, diskutieren über die Altsteinzeit und sind gespannt darauf, was uns die nächsten Tage erwartet.

Lonetalhotel Zum Mohren

Die Schatzkammer im Archäopark und Hohlenstein-Stadel

Kurz vor 10 Uhr treffen wir im nahegelegenen Archäopark Vogelherd ein, wo uns unser Archäoguide Holger Müller erwartet, der uns den ganzen Tag begleiten wird. Zunächst erhalten wir eine kurze Einführung in die Dauerausstellung. Ehrfürchtig bewundern wir hier in der so genannten Schatzkammer, die aus Mammutelfenbein angefertigte vollständige Mammutskulptur. Sie wurde 2006 anlässlich der durchgeführten Nachgrabungen der Universität Tübingen gefunden.

Archaeopark_Niederstotzingen_Mammutfigurine_vom_Vogelherd

Wegen des herrlichen Herbstwetters entscheiden wir uns für eine längere Wanderung durch das Lonetal. Unterwegs hören wir Wissenwertes über die Geologie, die Karstphänomene und die Tierwelt während des Eiszeitalters. Unser erstes Ziel ist die eindrückliche Fundstelle Hohlenstein-Stadel. Hier fand Robert Wetzel 1939 unter anderem zahlreiche Elfenbeinfragmente, die aber erst sehr viel später zur berühmten Figur des Löwenmenschen zusammengesetzt wurden.

Hohlenstein-Stadel Schwäbische Alb Lonetal

In der benachbarten Fundstelle Kleine Scheuer wurde ein Kiesel mit roter Bemalung aus der Zeit des ausgehenden Paläolithikum gefunden. Zur Mittagszeit stärken wir uns in der Ausflugsgaststätte Lindenau

im Hohlenstein-Stadel Fundstelle Eiszeitkunst Lonetal Schwäbische Alb

Fundstellen am Bockstein

Anschließend geht es weiter zu den diversen Fundstellen am Bockstein mit Funden aus unterschiedlichen Abschnitten des Paläolithikums, zum Beispiel aus dem Mittelpaläolithikum, der Zeit des Neandertalers, in der Bocksteinschmiede.

Fundstelle Eiszeitkunst Bockstein Schwäbische Alb

Archäopark und Fundstelle Vogelherd

Zurück im Archäopark versuchen wir uns im Speerwerfen und dem Werfen mit Hilfe der Speerschleuder. Auch demonstriert uns Herr Müller, wie man mit einem Feuerstein, einem Markasit (einem pyritähnlichem Mineral aus Eisen und Schwefel) und Zunderschwamm ein Feuer entfachen kann.

an Themenplätzen im Archäopark versuchen wir uns an den Techniken der Steinzeitmenschen - hier beim Wurf mit der Speerschleuder

Schliesslich besichtigen wir noch die Fundstelle Vogelherd. Gustav Riek fand bei der Grabung 1931 in den aurignacienzeitlichen Schichten mehrere aus Mammutelfenbein angefertigte Tierfigurinen, die nun weltberühmt sind. Nach diesem eindrücklichen ersten Reisetag erhielten wir abends vor dem Essen noch einen  reich bebilderten und sehr informativen Vortrag von unserem Reiseleiter über mobile jungpaläolithische Kunstwerke.

unsere Reisegruppe vor dem Vogelherd Schwäbische Alb

Museum Alte Kulturen Schloss Hohentübingen

Nach rund zweistündiger Autofahrt erreichen wir Tübingen, wo wir das Museum der Universität Tübingen besuchen. Hier erhalten wir eine Führung zu den berühmten Figurinen aus dem Vogelherd. Sie wurden anlässlich der Ausgrabungen von Gustav Riek 1931 und den Nachgrabungen des Instituts für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. N. J. Conard in den Jahren 2005 – 2012 gefunden. 

vor dem Schloss Hohentübingen

Auch unser wissenschaftlicher Reiseleiter weist bei der Führung auf Besonderheiten hin. Während einige Teilnehmer sich noch die anderen Räume des Museums anschauten, erkundeten andere die schöne Altstadt von Tübingen.

Tübingen im Herbst

Hohle Fels in Schelklingen

Am frühen Nachmittag fahren wir dann weiter zum Hohle Fels im Achtal. Im Hohle Fels wurden Funde aus der Zeit des Neandertalers und auch des anatomisch modernen Menschen des Jungpaläolithikums gemacht.

Hohle Fels und Region Achtal Schwäbische Alb

Hier erwartet uns Herr Haag, der uns durch die grossräumige, eindrückliche Höhle führt und dabei von der Forschungsgeschichte und den wichtigsten Funde erzählt. Seit einigen Jahren werden jeden Sommer unter der Leitung von Prof. Dr. N.J. Conard Ausgrabungen durchgeführt. Weltberühmt wurde der Hohle Fels 2008 durch den Fund der ältesten Frauenstatuette der Welt, der sog. „Venus vom Hohle Fels“. Von Ingmar M. Braun erfahren wir, dass diese Frauenstatuette von einer Schweizer Studentin gefunden wurde, die in seiner Vorlesung „Eiszeitkunst“ an der Universität Zürich im Jahr 2005 sass.

im Hohle Fels Achtal Schwäbische Alb

Blaubeuren

Der nächste Tag führt uns bei erneut wunderschönem Herbstwetter wieder ins Achtal. Herr Haag führt uns zunächst durch das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren. Beeindruckt stehen wir vor der „Venus vom Hohle Fels“ und der Elfenbeinfigur eines Wasservogels, die ebenfalls im Hohle Fels gefunden wurde. In einem anderen Raum sehen wir drei der bisher ältesten Flöten aus dem Aurignacien, die im Hohle Fels und dem Geissenklösterle gefunden wurden. Wir hören den Klängen zu, die auf modernen Nachbauten dieser Flöten gespielt werden.

Urgeschichtemuseum Blaubeuren

Die Mittagszeit steht zur freien Verfügung und die Mehrheit der Gruppe macht sich bei strahlendem Wetter auf den Weg zum Blautopf.

Der Blautopf - die größte Karstquelle Deutschlands - leuchtet im Sonnenlicht

Geissenklösterle und Sirgenstein

Der Nachmittag führt uns zunächst zum nahegelegenen Geissenklösterle. Über einen von der Talsohle angelegten Weg geht es aufwärts zur Fundstelle, die mit einem grossen Gitter verschlossen ist. Herr Haag und Ingmar Braun erläutern die Forschungsgeschichte und die wichtigsten Funde, darunter auch aurignacienzeitliche Figurinen aus Mammutelfenbein. 

Stufen am Weg zum Geissenkloesterle Schwaebische Alb Achtal

Als letzter Punkt des heutigen Tages steht noch der Sirgenstein auf dem Programm, der sich auch in unmittelbarer Nähe befindet. Nach einem rund 30-minütigen Fussmarsch durch Feld und Wald erreichen wir die Fundstelle. Der Sirgenstein ist sehr wichtig für die Erforschung der Altsteinzeit in Deutschland. Denn bei der Ausgrabung stieß Robert Rudolf Schmidt von der Universität Tübingen auf verschiedene Besiedlungsphasen. Er wandte zum ersten Mal in Deutschland die französische Terminologie für die einzelnen Zeitabschnitte der Altsteinzeit anhand seiner Funde an. Danach sind diese Bezeichnungen bis heute mehr oder weniger gleich geblieben.

Rast vor der Fundstelle Sirgenstein Schwaebische Alb Achtal

Mit all den Eindrücken von unserem Tag im Achtal kehrten wir zurück zu unser Unterkunft im Lonetal. Hier hörten wir mit grossem Interesse dem letzten Vortrag unseres archäologischen Reiseleiters zu, in dem er die Fundstellen, die wir anlässlich dieser Studienreise besichtigt haben, mit ihren wichtigsten Funden und der Forschungsgeschichte erläutert. Bei einem letzten gemeinsamen Abendessen diskutieren wir über die Eindrücke der letzten Tage, bevor es Koffer packen heisst.

Blick auf Geissenkloesterle Achtal

Der Löwenmensch im Stadtmuseum Ulm

Nach dem Frühstück brechen wir auf nach Ulm ins Stadtmuseum. Bei der Führung durch die Dauerausstellung zur Archäologie steht der Löwenmensch im Hauptfokus.  Erfürchtig betrachten wir die knapp 31cm hohe Figur aus dem Hohlenstein-Stadel. Von der Kulturvermittlerin Frau Dr. Erath und unserem archäologischen Reiseleiter erfahren wir nochmals die Details zur abenteuerlichen Entdeckung und Zusammensetzung der Figur aus zahlreichen Einzelteilen. Dieser Museumsbesuch bildet den würdigen Schlusspunkt unserer Reise zur Eiszeitkunst in der Schwäbischen Alb. Nun heißt es nach vielen Eindrücken und Erlebnissen Abschied nehmen und wir treten die Heimreise an.

unsere Gruppe beim Loewenmensch Ulm Stadtmuseum

Ausblick 2022

Sie sind an einer archäologischen Studienreise interessiert? Dieser Reisebericht soll Ihnen zeigen, wie so eine Reise abläuft und wie spannend und beeindruckend diese Reisen mit unseren Experten sind.

Schwäbische Alb: 11. - 15. Juli 2022. Die wissenschaftliche Reisebegleitung übernimmt wieder  Dipl. phil. nat. Ingmar M. Braun. Kleingruppenreise, fixe Anmeldung ist bereits möglich! 

Gerne können Sie uns bei Fragen zu unseren Reisen kontaktieren: office@zugvogeltouristik.at | Telefon: +43 1 890 77 00 - Wir freuen uns auf Sie! 

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