ZugVogel Touristik
2026 vor Cullalvera, eine kühle Höhle - wir haben unsere Jacken gebraucht
29.09.2026 Klara Reischl

Die Bilderhöhlen Nordspaniens

Auch in diesem Jahr waren wir mit Dr. Ingmar M. Braun eine Woche im Baskenland, in Kantabrien und in Asturien unterwegs. In sechs Höhlen standen wir vor originalen Kunstwerken aus dem Paläolithikum und zwei Nachbildungen gaben uns Gelegenheit, die Fertigkeiten unserer Vorfahren noch genauer zu betrachten. In verschiedenen Museen entdeckten wir außerdem Kleinkunst, Werkzeuge und weitere Funde. Die Sonne hat uns durch die wunderbare Landschaft mit Bergpanoramen und traumhafter Aussicht auf das Meer begleitet.


Bilbao und Ekainberri

Ekainberri - die Höhle der Pferde
Ekainberri - die Höhle der Pferde

Von Bilbao aus geht es zuerst Richtung Osten im Baskenland: In Ekainberri, der Nachbildung der Höhle von Ekain, erleben wir zunächst in Stille die besondere Atmosphäre der Höhle. Bei einem zweiten Rundgang betrachten wir die Darstellungen von Pferden, Bisons und Bären genauer. Danach probieren wir selbst aus, wie Menschen in der Eiszeit Feuer entfachten, Felsbilder gestalteten und mit der Speerschleuder auf die Jagd gingen.

Nach dem Museumsbesuch pausieren wir mittags in Zestoa und fahren dann zurück nach Bilbao. Dort bleibt noch etwas Zeit für das Archäologische Museum, einen kurzen Abstecher zum Guggenheim Museum oder einen Bummel durch die Altstadt. Am Abend führt uns Dr. Ingmar Braun mit einem Vortrag in die Welt der Altsteinzeit ein und wir lassen uns die Pinxos in der Markhalle schmecken.

Ekainberri - die fantastische Nachbildung der Höhle von Ekain im Baskenland
Ekainberri - die fantastische Nachbildung der Höhle von Ekain im Baskenland
Selbstversuch der Höhlenmalerei
Selbstversuch der Höhlenmalerei
Jagd mit der Speerschleuder
Jagd mit der Speerschleuder
Museum bei Ekainberri mit Darstellungen aus den Höhlen im Baskenland
Museum bei Ekainberri mit Darstellungen aus den Höhlen im Baskenland

Ramales de la Victoria und Escobedo

Cullalvera

Bereits einige Meter vor dem Höhleneingang spüren wir den kühler Luftzug - die erste richtige Höhle wartet auf uns! Wir müssen ein wenig warten bis unserer Höhlenführerin zur Verfügung steht und wir bewundern inzwischen den riesigen Eingang zu Cullalvera. In der großen Höhle staunen wir wie die Naturkräfte, die enorme Kammern und beeindruckenden Felsformationen geschaffen haben. Im unzugänglichen hinteren Teil gibt es versteckte Höhlenmalereien, die wir nur auf einem kurzen Film sehen, doch nahe dem Eingang dürfen wir dann noch einen Blick auf originale Höhlenmalerei werfen.  

Zugvogeltouristik - Gruppe 2026 mit Ingmar Braun vor Cullalvera

El Pendo

Nach einem kurzen Mittagshalt fahren wir weiter zur Höhle El Pendo. Über Stufen steigen wir hinab und kommen dabei an den Schichten vorbei, in denen Forschende Spuren verschiedener Besiedlungsphasen entdeckt haben. Erst in diesem Jahr wurde hier eine Muschelkette aus 12 präzise gearbeiteten Teilen als sensationelles Zeugnis für den Sinn für Ästhetik, Körperschmuck und das soziale Verhalten der steinzeitlichen Bewohner in der Region gefunden.

Dann erreichen wir weiter unten in der Höhle eine Plattform und stehen vor dem beeindruckenden Fries: Mehr als zwanzig rote Figuren sind hier zu sehen, vor allem Hirschkühe. Ihre Umrisse bestehen größtenteils aus dicht aneinandergesetzten Punkten. Kaum zu glauben, dass Menschen diese Bilder vor etwa 20.000 Jahren geschaffen haben – und dass wir sie heute im Original betrachten dürfen! Beim Hinausgehen werfen wir nochmals einen Blick zurück -  der jetzt beleuchtete Fries ist von überall in der Höhle gut sichtbar - einfach faszinierend!

El Pendo © SRECD El Pendo © SRECD
am Weg zur Höhle El Pendo in Escobedo Nordspanien
am Weg zur Höhle El Pendo in Escobedo Nordspanien
Der Höhlenausgang von El Pendo
Der Höhlenausgang von El Pendo
Gruppe vor der Höhle El Pendo
Gruppe vor der Höhle El Pendo

Santander und Monte Castillo

Wir erreichen Santander und spazieren nach einem weiteren Vortrag, der sich der Höhlenkunst widmet, gemeinsam durch die Stadt und gönnen wir uns ein köstliches Abendmahl. Nach der Übernachtung in der Stadt am Meer verbringen wir den heutigen Tag am Monte Castillo in Puente Viesgo. Hier gibt es mehrere Höhlen, die zum UNESCO Welterbe gehören. Neben den zahlreichen Darstellungen wurden am Monte Castillo zahlreiche mobile Kleinkunstobjekte entdeckt, die wir heute Abend noch im Museum von Santander betrachten werden.

Die Höhle El Castillo

Am Monte Castillo wurden die erlaubten Besucherzahlen nochmals eingeschränkt und so teilen wir uns auf zwei kleine Gruppen auf, die die beiden zugänglichen Höhlen nacheinander besuchen. Bei der Höhle El Castillo tauchen wie nach den Erklärungen im Eingangsbereich zur Schichtenabfolge tatsächlich tief in die faszinierende Welt der Eiszeitkunst ein. Gleich zu Beginn bewundern wir ein großes Pferd und einen mächtigen Bison. Für ihre Darstellung nutzten die eiszeitlichen Künstler die natürlichen Wölbungen der Felswand. Vor der berühmten „Wand der Handabdrücke“ bleiben wir ehrfürchtig stehen und erfahren, wie die Abdrücke entstanden sind. Rote Punkte, Striche und geometrische Zeichen begleiten uns bis ans Ende des zugänglichen Höhlenbereichs. Auch darüber hinaus finden sich noch weitere zahlreiche Darstellungen. Was mögen all diese Zeichen bedeutet haben? Die Vielfalt der Höhlenkunst beeindruckt hier besonders.

El Castillo © SRECD El Castillo © SRECD

Die Höhle Las Monedas

Unser Weg führt an den für die Öffentlichkeit geschlossenen Höhlen Las Chimeneas, La Flecha und La Pasiega vorbei. In der Höhle Las Monedas bekommen wir dann Lampen – ein kleines Abenteuer beginnt! Unterwegs entdecken wir Tropfsteinformationen, die durch eingeschlossene Mineralien in unterschiedlichen Farben schimmern. Besonders gespannt sind wir jedoch auf die Tierbilder in einem schmalen Gang. Nacheinander treten wir näher heran, um die schwarzen Strichzeichnungen von Pferden und Rentieren zu betrachten. Wir stehen ganz nahe vor den Darstellungen und können uns vorstellen, wie diese angefertigt wurden. Da in Las Monedas keine Siedlungsspuren gefunden wurden, scheint die Höhle gezielt zum Anfertigen der Bilder aufgesucht worden zu sein. 

Las Monedas Steinzeitliche Höhlenkunst am Monte Castillo
in zwei kleinen Gruppen geht es in die Höhlen am Monte Castillo
in zwei kleinen Gruppen geht es in die Höhlen am Monte Castillo
in zwei kleinen Gruppen geht es in die Höhlen am Monte Castillo
in zwei kleinen Gruppen geht es in die Höhlen am Monte Castillo
der Weg führt vorbei an weiterern - für die Öffentlichkeit unzugänglichen - Höhlen am Monte Castillo
der Weg führt vorbei an weiterern - für die Öffentlichkeit unzugänglichen - Höhlen am Monte Castillo
Eingangsbereich zur Höhle El Castillo
Eingangsbereich zur Höhle El Castillo

Museen & Santander

Nach den beiden Höhlen besuchen wir noch das neue Ausstellungszentrum für prähistorische Kunst in Kantabrien am Fuß des Monte Castillo. Dann meldet sich der Hunger, und wir fahren zurück nach Santander. Dort bleibt Zeit zum Ausruhen oder für einen eigenen Spaziergang durch die Stadt.

Am Abend treffen wir uns im prähistorischen Museum von Santander wieder. Dr. Ingmar Braun führt uns durch die umfangreiche Ausstellung und zeigt uns Kleinkunstobjekte aus Höhlen, die wir bereits besucht haben. Anschließend setzen wir uns in der Markthalle neben dem Museum bei kleinen Häppchen zusammen und tauschen uns über unsere Erlebnisse aus.

Steinbockkopf aus La Garma im Museum Santander
Santander Sparkassengebäude Plaza Velarde
Santander Sparkassengebäude Plaza Velarde
Strand in Santander Nordspanien
Strand in Santander Nordspanien
Centro Botín Santander
Centro Botín Santander
Kathedrale Santander Nordspanien
Kathedrale Santander Nordspanien

Altamira und Santillana del Mar

Bei strahlendem Sonnenschein freuen wir uns auf Altamira! Zunächst spazieren wir zum Eingang der Originalhöhle, wo uns Dr. Ingmar Braun von ihrer Entdeckung erzählt. Anschließend besuchen wir die Neocueva. Wir waren in den letzten Tagen verwöhnt von der Stille der Höhlen, den Privattouren und den wenigen zugelassenen Besuchern an den Originalstätten. Hier in der Nachbildung der außergewöhnlichen Höhlen von Altamira sind wir fast ein wenig überwältigt vom Andrang. Doch die berühmte Höhlendecke ist hier so naturgetreu nachgebildet, dass wir uns den originalen Malereien ganz nah fühlen. Wir nehmen uns Zeit bis der große Ansturm vorbei ist und betrachten in aller Ruhe die farbigen Bisons, Hirschkühe, Pferde und Zeichen, bevor uns Ingmar durch das angeschlossene Museum führt und ausgewählte Funde erklärt.

Für die Mittagspause geht es ins nahe mittelalterliche Städtchen Santillana del Mar. Wir flanieren durch die gepflasterten Gässchen, stöbern bei den Souvenirs und lassen uns die lokale Küche munden. Die Route führt uns anschließend mit tollen Ausblicken die malerische Küstenstraße entlang und wir erreichen schließlich den Fischerort San Vicente de la Barquera, wo sich unsere nächste Unterkunft befindet.

mittelalterliches Santillana del Mar - ein hübscher Ort für die Mittagspause
Blick auf den Eingang der Originalhöhle von Altamira Nordspanien
Blick auf den Eingang der Originalhöhle von Altamira Nordspanien
Höhlendecke Altamira
Höhlendecke Altamira
Gravuren Altamira
Gravuren Altamira
im Museum von Altamira
im Museum von Altamira

El Pindal

Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Höhle El Pindal. Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr die Zutrittsgenehmigung für unsere Gruppe bekommen haben, denn nur wenige Menschen dürfen die Höhle besuchen. Ein Weg durch den Wald und einige Stufen führen uns zum Eingang. Dort öffnet sich der Blick auf die blaue Meeresbucht – allein dieses Panorama lohnt den Ausflug. In der naturbelassenen Höhle erwarten uns dann eindrucksvolle Felszeichnungen bei einer tollen Führung. Wir staunen besonders über die seltene Darstellung eines roten Mammut und es fällt uns fast ein wenig schwer diesen besonderen Ort zu verlassen, die Landschaft und die Höhle strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus. 

Auf dem Rückweg halten wir an einem Aussichtspunkt und genießen das Panorama am Meer, das so wenig mit dem üblichen Bild von Spanien in unseren Köpfen zu tun hat. Die grünen sanften Hügel, die Heidelandschaft und die schroffe Küste verbinden wir eher mit weiter nördlich liegenden Ländern.

Am Nachmittag bleibt Zeit für Erholung und zur Erkundung von San Vicente de la Barquera. Später treffen wir uns zu einem weiteren Vortrag und lassen den Tag individuell im Fischrestaurant, am Stadtfest oder im Hotel ausklingen. 

El Pindal
Ausblick vom Höhleneingang El Pindal
Ausblick vom Höhleneingang El Pindal
Abstieg zur Höhle von El Pindal
Abstieg zur Höhle von El Pindal
Ausblick Küstenlandschaft bei El Pindal
Ausblick Küstenlandschaft bei El Pindal
San Vicente de la Barquera
San Vicente de la Barquera

Ribadasella

Das Centro de Arte Rupestre  &  Tito Bustillo

Unser letzter Höhlenbesuch in Asturien wird noch einmal zu einem Höhepunkt der Reise. In Tito Bustillo stehen wir vor dem Hauptpanel mit seinen außergewöhnlichen violetten Pferdedarstellungen auf rotem Untergrund. Unser lokaler Guide zeigt uns weitere Tiere und Zeichen, erklärt die Malereien und Gravuren und stellt Verbindungen zu modernen Maltechniken her. Durch die Änderung des Lichteinfalls sehen wir, dass die bemalte Wand nicht tatsächlich glatt ist, sondern nur die kunstvollen Darstellungen diesen Eindruck vermitteln.  Auf dem Rückweg weist er auch auf weitere Darstellungen hin und zeigt uns den Zugang zu versteckten Galerien.

Vor und nach dem Höhlenbesuch erkunden wir das Centro de Arte Rupestre. Dort sehen wir Nachbildungen der nicht zugänglichen Darstellungen, Kleinkunstobjekte und bewegende Filminterviews mit den Entdeckern der Höhle. Nach einer Mittagspause in Ribadesella fahren wir dann zurück nach Bilbao. Beim gemeinsamen Abendessen erinnern wir uns an die Höhepunkte der Woche und schmieden schon Pläne für künftige Reisen.

Centro Arte Rupestre Tito Bustillo (Turismo Asturias Juan de Tury) Centro Arte Rupestre Tito Bustillo (Turismo Asturias Juan de Tury)

Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren! Eure Fragen, euer Wissen und eure unterschiedlichen Perspektiven haben unsere gemeinsamen Erlebnisse bereichert. Auch für uns als Reisebegleiter macht dieser Austausch jede Reise zu etwas Besonderem. Wir freuen uns darauf, euch bei einer unserer nächsten Reisen wiederzusehen!

Klara Reischl von Zugvogeltouristik in San Vicente de la Barquera

Ausblick auf weitere Reisen zur Höhlenkunst

Unsere Reisen zur prähistorischen Höhlenkunst sind nur in kleinen Gruppen möglich. Der Zugang zu vielen Originalhöhlen ist streng begrenzt; manche lassen sich nur noch in Form von Nachbildungen besichtigen. Wenn Sie die Kunstwerke der Eiszeit selbst im Original erleben möchten und dabei die Atmosphäre einer Höhle erleben möchten, reisen Sie mit uns, solange diese Besuche möglich sind.

Ist Ihre Wunschreise bereits ausgebucht? Melden Sie sich trotzdem bei uns. Wir setzen Sie gerne auf die Warteliste und kontaktieren Sie, falls ein Platz frei wird. Auf Wunsch merken wir Sie auch für eine Reise im kommenden Jahr vor.

Im kommenden Jahr erweitern wir die Auswahl und führen eine Reise zur Felsbildkunst in Portugal durch. Eine Reise bei der wir den Genuss nicht zu kurz kommen lassen und viele Erlebnisse wie die Verkostungen, Zugfahrt oder Bootstour am Douro inkludiert haben. Wir wiederholen auch die außergewöhnliche Reise nach Sulawesi zu den ältesten Höhlenmalereien der Welt (dieses Programm stellen wir im November fertig) - Anmeldungen bzw. Vormerkungen jederzeit möglich!

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