Hanoi

Hanoi, auf vietnamesisch „Stadt innerhalb der Flüsse”, ist die älteste der bestehenden Hauptstädte Südostasiens.

Nur wenige Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt deuten Überreste der Dong-Son-Kultur auf eine frühe Besiedelung ab 700 v. Chr. hin. Die Stadt wurde 1010 als Zitadelle Thang Long gegründet, deren Ruinen heute ein UNESCO-Weltkulturerbe sind. Stadtprovinz und gleichnamige Hauptstadt liegen am Delta des Roten Flusses, etwa 100 Kilometer von dessen Mündung entfernt und zählen nach der letzten Verwaltungsreform rund 6,5 Mio. Einwohner.

Im Verlauf der Jahrhunderte wurde Hanoi immer wieder von Invasoren erobert, besonders den Chinesen. Dabei verlor Hanoi nicht nur einmal seinen Status als Hauptstadt und wurde sogar mehrfach umbenannt: Dong Quan (östliches Tor) während der Besetzung durch die chinesische Ming-Dynastie, Dong Do (östliche Hauptstadt) unter der Ho-Dynastie (1400-1407), wieder „östliche Hauptstadt” (Dong Kinh) unter den Le-Königen und Tongking als Handelsniederlassung der niederländischen Ostindien-Kompanie im 17. Jahrhundert. Schließlich war es der Nguyen-Kaiser Minh Mạng, der ihr 1831 den Namen Ha Noi gab.

Während der französischen Kolonialzeit war Hanoi von 1833 bis 1945 Verwaltungszentrum der Kolonie Französisch-Indochina, was einen bis heute erkennbaren Eingriff in das Stadtbild zur Folge hatte: Breite, rechtwinklig zueinander liegende, baumgesäumte Alleen wurden geplant, Oper, Kirchen, öffentliche Bauten und Luxusvillen gebaut, während gleichzeitig große Teile der alten Stadt zerstört wurden.

Am 2. September 1945 rief Ho Chi Minh hier die Demokratische Republik Vietnam aus. Zwischen 1946 und 1954, im Ersten Indochinakrieg, war die Stadt Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Franzosen und den Viet Minh. Im zweiten Indochinakrieg, dem Vietnamkrieg, wurde Hanoi ausufernd von den US-Amerikanern bombardiert. Allein zum Weihnachtsfest 1972 gingen 40.000 Tonnen Sprengstoff auf die Stadt nieder, die dabei zu einem Viertel zerstört wurde. Seit der Wiedervereinigung des Landes 1976 ist Hanoi Hauptstadt des ganzen Landes.

Die touristischen Attraktionen Hanois sind nicht allzu zahlreich, doch wie eigentlich überall in Vietnam, gibt es auch hier spannende Reibungsflächen zwischen Tradition und Moderne. So ist die an den Hoan Kiem-See angrenzende Altstadt definitiv einen Besuch wert wie auch eine Aufführung des weltberühmten Wasserpuppentheaters Thang Long, dessen Geschichte bis in das 11. Jahrhundert zurückreicht und dessen Kunstform über die Jahrhunderte nur im Verborgenen weitergegeben wurde. Und dass man in Hanoi auf eine Brücke des Erbauers vom berühmten Eiffelturm in Paris stößt, dürften die wenigsten vermuten. Die Long Bien-Brücke wurde zwischen 1899 und 1902 von Gustave Eiffel erbaut und war in ihrer langen Geschichte ein zentraler Teil der Entwicklung und der Geschichte der Stadt.

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